5 Tipps zum Umgang mit oralem Stimming

Orale Empfindlichkeiten kennt man auch als "orales Stimming". Ein Kind "stimmt" (zeigt also dieses Verhalten), um seine Gefühle zu regulieren oder wenn es sich von seiner Umgebung unter- oder überfordert fühlt.

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Orale Empfindlichkeiten werden auch als orales Stimming bezeichnet.Ein Kind 'stimmt'um Emotionen zu regulieren oder wenn es von seiner Umgebung unter- oder überstimuliert ist.

Für Kinder, die Mundstimulation benötigen, kann der Umgang mit dem Kauverhalten eine echte Herausforderung sein. Oft haben sie den Drang, auf Dingen zu kauen, die dafür nicht gedacht sind. Dieses Verhalten lässt sich nicht einfach abstellen, aber mit gesunden Alternativen kann es in gute Bahnen gelenkt werden.

Wie sieht orale Selbststimulation aus?

Ein Kind, das sich oral stimuliert, hat oft Dinge im Mund. Man wird beobachten, wie es leblose Gegenstände probiert. Ähnlich wie ein Baby unter einem Jahr, das Gegenstände mit dem Mund erkundet, um sie kennenzulernen. Aber diese Art vonStimulationsverhaltenhört nicht beim Probieren auf. Es entwickelt sich weiter zu einem Kauverhalten.

Kinder kauen vielleicht auf Dingen herum wie:

  • Kleidung
  • Spielzeug
  • Papier
  • Steine
  • Stifte
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Als Elternteil eines Kindes mit starkem Kaubedürfnis ist dies mit Abstand das frustrierendste sensorische Problem, da es gefährlich werden kann.Da alles ein potenzielles Kauobjekt sein kann, ist ständige Aufsicht aufgrund der folgenden Gefahren notwendig.

  1. Kleine unbelebte Gegenstände können verschluckt werden und gesundheitliche Probleme verursachen.
  2. Harte Gegenstände können die Zähne beschädigen.
  3. Gegenstände können zum Ersticken führen.

Das ist eine echte Herausforderung für Eltern, deren Kinder das Bedürfnis haben, auf Dingen herumzukauen! Was kann man also für ein Kind tun, das kauen muss?

Zuerst solltest du wissen, dass man das Kauverhalten nicht einfach stoppen kann. Kauen ist eine Möglichkeit, um Stimulation zu bekommen oder Gefühle zu beruhigen. Ein Kind, das kaut, hat einen inneren Drang, auf Dingen zu kauen. Anders gesagt: Es muss einfach!

Zweitens lässt sich das Kauverhalten gut steuern und es können Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, um gesundheitlichen Problemen, Zahnschäden und der Gefahr des Verschluckens vorzubeugen.

5 Tipps zum Umgang mit selbstberuhigenden Mundgewohnheiten

Erkunden Sie oft die Gegenstände im Haus.

Häufig kauen unsere Kleinen auf Dingen im Haus herum, und das fällt uns gar nicht immer sofort auf. Mit der Zeit kann der Gegenstand durch das viele Kauen kaputtgehen oder beschädigt werden. Mein Sohn hat neulich zwei Seiten eines Pappbilderbuches zerbissen. Ich nenne das „heimliches Kauen“. Das ist Kauen, das ganz unbemerkt stattfindet. Und wenn ich es dann entdecke, ist der Gegenstand, auf dem gekaut wurde, meist schon nicht mehr zu retten.

Dieses „heimliche Kauen“ wird passieren, weil mein Sohn weiß, dass er nicht auf Gegenständen herumkauen sollte, wie zum BeispielBüchern, aber er kann es einfach nicht lassen. Wenn ich dann das Buch und Kartonstücke überall im Haus finde, ist das Buch schon zerstört.

Bieten Sie Kausnacks an.

Um eine gesunde Mundwahrnehmung zu fördern, bieten Sie reichlich Kausnacks an. So erhält Ihr Kind die Kaureize, die es sich so sehr wünscht. Mir ist aufgefallen, dass mein Sohn knusprige und zähe Lebensmittel besonders gerne mag. Zwei seiner Lieblingssnacks als gesunde Kau-Alternative sind Gemüsechips und trockene Cerealien.

Hier sind ein paar knackige Essensalternativen zum Ausprobieren:

  • Trockene Cerealien
  • Granola
  • Popcorn
  • Gemüsechips
  • Babykarotten
  • Sellerie
  • Apfelschnitze
  • Trockenfrüchte
  • Fruchtsnacks

Wie wäre es mit Kauschmuck?

Kauschmuck gibt es als Armbänder, Halsketten und sogar als Bleistiftaufsätze, um Kindern bei der Bewältigung ihrer oralen sensorischen Bedürfnisse zu helfen. Diese Art von Kaukartikeln bietet eine sichere, langlebige und leicht zugängliche Alternative zum Kauen auf ungeeigneten Gegenständen.

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Es gibt sie in vielen verschiedenen Designs, darunter militärische Erkennungsmarken und Haifischzähne! Kauschmuck bietet eine sichere Alternative zum Kauen auf unbelebten Gegenständen und kann jeden Tag getragen werden.

Lenke um

Da sich orales Kauen zur Selbststimulation nicht einfach abstellen lässt, ist es am besten, damit durch Umlenkung umzugehen. Wenn Ihr Kind anfängt, an seinem Shirt zu kauen, bieten Sie ihm stattdessen etwas anderes zum Kauen an, das geeignet ist, wie zum Beispiel Kauschmuck. Lenken Sie dann sein Kauen auf diesen Kauschmuck.

Jedes Mal, wenn mein Sohn anfängt, an seinem T-Shirt zu kauen, greife ich sofort nach seiner Beißkette. Dann erkläre ich ihm, dass T-Shirts nicht zum Kauen da sind, und reiche ihm seine Beißkette. Diese Umleitung zu einer positiveren Kau-Möglichkeit klappt jedes Mal!

Da orales Kaubedürfnis nicht einfach gestoppt werden kann, ist es am besten, ihm durch das Anbieten passender Alternativen zu begegnen.

Durch sanftes Umlenken lernt Ihr Kind, dass das Kauen bestimmter Gegenstände nicht in Ordnung ist. Doch wenn das Bedürfnis zu kauen mit speziellem Kauschmuck befriedigt wird, ist dieses orale Stimulationsverhalten absolut in Ordnung! Das gibt Ihrem Kind die Möglichkeit, ganz es selbst zu sein, und schont gleichzeitig Dinge, die nicht zum Kauen gedacht sind.

Getränke mit Strohhalmen anbieten

Eine weitere Möglichkeit, mit dem Kaubedürfnis umzugehen, ist das Anbieten von Getränken mit einem Strohhalm. Je kleiner der Strohhalm oder je dicker das Getränk, desto besser. Auch wenn dies kein Kaugefühl vermittelt, erfüllt es doch das oralesensorischeBedürfnis, nach dem sich viele Kinder sehnen.

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Milch- oder Saftpäckchen sind toll, um den Widerstand beim Trinken zu erhöhen, da sie einen kleinen Strohhalm haben. Eine weitere Möglichkeit, die ich statt Saftpäckchen nutze, sind Smoothies. Obst- und Gemüse-Smoothies sind eine gesunde Alternative zu Saft, falls Ihr Kind Smoothies lieber mag. Achten Sie einfach darauf, dass Ihr Kind den Smoothie auch mit einem Strohhalm trinkt!

Zum Abschluss

Kauen ist eine Form der oralen Stimulation, die für uns Eltern oft sehr frustrierend ist. Ich verbringe einen Großteil meiner Zeit damit, meinem Sohn zu sagen: „Nicht darauf kauen!“ Ich weiß, dass er nichts dafür kann und es ein sensorisches Bedürfnis ist, das erfüllt werden muss. Doch trotzdem landet alles, was nicht zum Kauen gedacht ist, in seinem Mund. Deshalb geht meistens alles kaputt. Ich hatte auch schon viele brenzlige Situationen, bei denen er sich beinahe an Gegenständen wie Steinen verschluckt hätte.

Orale Selbststimulation ist nichts, was sich einfach abstellen lässt. Man kann jedoch lernen, damit umzugehen und bestimmte Vorkehrungen treffen, damit Ihr Kind sicher ist.Bei meinem eigenen Sohn habe ich festgestellt, dass der beste Weg, mit dem Kauen umzugehen, eine Kombination aus Umlenkung und Kauschmuck ist!

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