IQ-Tests für Kinder – Warum ist es sinnvoll, Ihr Kind testen zu lassen?

Kognition ist der geistige Prozess, durch den wir Wissen und Verständnis durch Erfahrungen, Lernen und unsere Sinne erwerben. Kinder lernen ununterbrochen – sie sind wahre Schwämme, wenn es um...

Kognitive Tests für Kinder

Kognitionist der geistige Prozess des Erwerbs von Wissen und Verständnis durch Erfahrungen, Lernen und unsere Sinne. Kinder lernen ständig – sie sind von klein auf wahre Schwämme, wenn es darum geht, Informationen aufzunehmen und zu speichern. Es kann vorkommen, dass eine Fachkraft in der Schule, wie zum Beispiel ein Lehrer, einige Stärken oder Schwächen in der Lernfähigkeit Ihres Kindes bemerkt. Dann könnte Ihr Kind möglicherweise für eine kognitive Testung überwiesen werden.

Was ist eigentlich ein IQ-Test?

Ein anderes Wort für kognitive Tests ist der IQ-Test oder Intelligenztest. Ein Psychologe oder eine Psychologin führt dabei eine Reihe von Aufgaben und Übungen mit Ihrem Kind durch. Mit einem IQ-Test für Kinder werden dabei folgende kognitive Funktionen beurteilt (ladybughouse.com, 2020):

  • Sprachverständnis- Dieser Bereich misst denWortschatz Ihres Kindesund seine Fähigkeit, allgemeines Wissen und Informationen auszudrücken.
  • Visuell-Räumlich- misst das sprachlogische Denkvermögen, das Verständnis, die Begriffsbildung und das Wissen Ihres Kindes.
  • Schlussfolgerndes Denken– misst die Fähigkeit des Kindes, neuartige Probleme unabhängig von Vorkenntnissen zu lösen.
  • Arbeitsgedächtnis– misst die Fähigkeit des Kindes, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und zu speichern, um neue Aufgaben zu lösen.
  • Verarbeitungsgeschwindigkeit– misst die Fähigkeit des Kindes, visuelle Informationen schnell zu verarbeiten und darüber Entscheidungen zu treffen.

Warum den IQ Ihres Kindes testen lassen?

Typischerweise werden kognitive Beurteilungen oder IQ-Tests für Kinder durchgeführt, wenn diese anfangen, Probleme in der Schule zu zeigen. Sie könnten schulische Schwierigkeiten entwickeln,Verhaltensweisen zeigen, die mit Frustration zusammenhängen,und fangen möglicherweise an, Hausaufgaben zu vermeiden.

Manchmal kommt es aber auch vor, dass Kinder für einen IQ-Test vorgeschlagen werden, obwohl sie im Unterricht glänzen und tolle Leistungen zeigen. Die häufigsten Gründe zur Sorge, die Lehrer oder andere Personen bei ihrer Empfehlung angeben, könnten sein:

  • Feststellung von geistigen Behinderungen– Die kognitiven/IQ-Tests für Kinder können Lernschwierigkeiten ausschließen.
  • Feststellung und Diagnose von Lernschwierigkeiten und -störungen– Falls eine tatsächliche Beeinträchtigung vorliegt, zeigt der Test, welche Bereiche die schwächsten sind.
  • Bewertung der Stärken und Schwächen der kognitiven Verarbeitung– Dies ist wichtig für Anpassungen/Unterstützungsmaßnahmen, die im Klassenzimmer vorgenommen werden können.
  • Beurteilung von Hochbegabung– Kognitive Tests können auch feststellen, ob ein Kind überüberdurchschnittliche Intelligenz verfügtund gefördert werden kann, um an anspruchsvolleren Kursen teilzunehmen.
  • Beurteilung der Auswirkungen von Hirnverletzungen

Verschiedene kognitive Tests

Die durchgeführte Diagnostik richtet sich nach dem Alter Ihres Kindes. Sie findet in einem kleinen Raum statt, nur mit der Psychologin oder dem Psychologen und Ihrem Kind. Bei Bedarf können Pausen gemacht werden. Die Psychologin oder der Psychologe wird gegenüber Ihrem Kind auch nicht das Wort „Test“ verwenden, um mögliche Testangst zu minimieren. Stattdessen wird sie oder er Wörter wie „Rätsel“ und „Spiele“ benutzen, um es für Ihr Kind spielerischer zu gestalten und es leichter einzubinden.

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Ablauf der kognitiven Tests

Was passiert als Erstes? Die Empfehlung für einen IQ-Test bei einem Kind folgt einem bestimmten Prozess. Das geht nicht von heute auf morgen.

1. Ersttermin mit Eltern und Kind

Der erste Schritt im Beurteilungsprozess ist ein ausführliches Gespräch mit Ihnen als Eltern. Dabei sammeln wir wichtige Hintergrundinformationen über Ihr Kind. Dazu gehören der Entwicklungsverlauf, schulische Leistungen, gesundheitliche Aspekte, familiäre Beziehungen und Ihre eigenen Anliegen. Dies hilft uns, ein ganzheitliches Bild des Umfelds Ihres Kindes zu bekommen. Bitte seien Sie dabei so offen und ehrlich wie möglich gegenüber der Psychologin/dem Psychologen – denn das hilft uns, ein möglichst genaues Bild von Ihrem Kind zu zeichnen.

2. Diagnostik in ein bis zwei Sitzungen

Das hängt von der Fähigkeit und Mitmachbereitschaft Ihres Kindes ab, aber die eigentliche Testung findet höchstwahrscheinlich in ein oder zwei Terminen statt. Ich persönlich teile meine Sprach- und Sprechbeurteilungen in der Regel auf zwei bis drei Termine auf, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Kinder nach etwa 40 Minuten anfangen, unaufmerksam zu werden.

3. Auswertung und Interpretation der Ergebnisse

Jede Untersuchung wird bewertet und die Ergebnisse werden mit Standardwerten verglichen. So können wir sehen, wie sich Ihr Kind im Vergleich zu Gleichaltrigen entwickelt.

4. Berichte schreiben

Dieser Teil ist wahrscheinlich der zeitaufwendigste im gesamten Diagnoseprozess. Hier werden nicht nur die Testergebnisse festgehalten, sondern auch die Verhaltensweisen Ihres Kindes während der Tests genau beobachtet und notiert, und wir formulieren anschließend konkrete Empfehlungen für Sie.

5. Feedbackrunde

In diesem Gespräch werden die Psychologin oder der Psychologe zusammen mit den Lehrkräften, den weiteren Mitgliedern des Förder- oder Begleitteams, Ihnen als Eltern und eventuell weiteren Fachkräften (wie zum Beispiel einer Schulärztin) die Ergebnisse der Tests besprechen und gemeinsame Empfehlungen für Sie und die Schule erarbeiten.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass jede Untersuchung, die durchgeführt wird, dazu dient, Ihrem Kind zu helfen. Versuchen Sie, vor Ihrem Kind kein großes Aufheben darum zu machen, damit es nicht nervös wird oder denkt, dass etwas nicht stimmt. Bereiten Sie unbedingt eine Liste mit Fragen vor, die Sie vor und nach dem Untersuchungstermin stellen möchten!

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