Alles zum Thema Stimming bei Kindern mit Autismus
Stimming ist ein diagnostisches Kriterium für ein Kind, das untersucht wird, um festzustellen, ob es eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) hat.
Stimming ist ein diagnostisches Kriterium bei einem Kind, das untersucht wird, um festzustellen, ob eseine Autismus-Spektrum-Störung(ASS) hat.
Stimming ist nicht unbedingt etwas Schlechtes und muss auch nicht generell unterdrückt werden. Es sollte aber genauer betrachtet werden, wenn es störend ist oder die Lebensqualität beeinträchtigt.
Ich bin mit einem jungen Mann aufgewachsen, der das Tourette-Syndrom hatte. Er hat die gesamte Schulzeit mit uns in der Regelschule verbracht. Seine Tics fielen nicht auf, es sei denn, er war aufgeregt oder besorgt. Dazu gehörte, dass er sich an den Kopf schlug und laute verbale Ausrufe von sich gab. Er stieß dabei auch Schimpfwörter oder vulgäre Kommentare aus, was für die anderen Schüler, die sich aufs Lernen konzentrieren wollten, natürlich sehr ablenkend war. Ihm wurde eine Schulbegleitung zur Seite gestellt, die sich sehr bemühte, das Tic-Verhalten zu reduzieren, um die Ablenkung und Störung für die Klasse zu minimieren.
Autismus und Speech Blubs
Speech Blubsist eine Sprachtherapie-App mit über 1.500 Übungen, Gesichtsfiltern, sprachgesteuerten Aktivitäten und lehrreichen Bonusvideos.
Wir haben Speech Blubs ursprünglich für Kinder mit Autismus, Down-Syndrom und Sprechapraxie entwickelt! Die App nutztVideomodellierung, die eine bewährte Methode ist, um Kinder aus dem Spektrum zu fesseln.
Unser Bereich „Gefühle“ zum Beispiel wurde speziell für Kinder mit Autismus konzipiert. Wir wissen, dass es ihnen oft schwerfällt, Gefühle zu erkennen und auszudrücken. Hier lernen sie auf spielerische Weise, Gefühle zu verstehen und gleichzeitig ihre Sprachfähigkeiten zu trainieren.
Wie sieht Stimming bei einem autistischen Kind aus?
Häufige Stimming-Verhaltensweisen sind:
- Nägelkauen
- Haare um die Finger wickeln
- Knöchel oder andere Gelenke knacken lassen
- Mit den Fingern trommeln
- Mit dem Bleistift klopfen
- Mit dem Fuß wippen
- Pfeifen
Bei Menschen mit Autismus kann sich Stimming äußern in:
- Schaukeln
- Händeflattern oder mit den Fingern schnipsen
- Wippen, Springen oder sich drehen
- Auf- und ablaufen oder auf Zehenspitzen gehen
- Haare ziehen
- Wörter oder Sätze wiederholen
- Sich die Haut reiben oder kratzen
- Wiederholtes Blinzeln
- Lichter oder sich drehende Objekte (wie z.B. Deckenventilatoren) anstarren
- Bestimmte Gegenstände lecken, reiben oder streicheln
- Menschen oder Gegenstände beschnüffeln
- Gegenstände neu anordnen
Ein Kind mit Autismus kann stundenlang Spielzeug anordnen, anstatt damit zu spielen. Auch können sich wiederholende Verhaltensweisen oder Bewegungen in einer Fixierung auf bestimmte Gegenstände oder dem Aufzählen ausführlicher Details zu einem speziellen Thema äußern. Darüber hinaus gibt es auch Stimming-Verhaltensweisen, die zu körperlichen Verletzungen führen können. Dazu gehören zum Beispiel:
- Kopfschlagen
- Schlagen oder Beißen
- Übermäßiges Reiben oder Kratzen an der Haut
- Pulen an Krusten oder Wunden
- Verschlucken von gefährlichen Gegenständen
Warum zeigen Kinder Stimming?
Es ist nicht immer leicht herauszufinden, warum Stimming-Verhalten auftritt, aber meistens ist es eine Bewältigungsstrategie, die Menschen nutzen, um mit einem Gefühl oder einer Emotion umzugehen. Ein Beispiel dafür ist, wenn du mit den Fingerknöcheln knackst, wenn du nervös bist, oder einen Schlüsselanhänger herumwirbelst, wenn du gestresst bist. Ein Mensch mit Autismus kann Stimming nutzen, um:
- die Sinne stimulieren oder Reizüberflutung verringern
- sich an eine ungewohnte Umgebung anpassen
- Ängste abbauen und sich beruhigen
- Frustration ausdrücken, besonders wenn es ihnen schwerfällt, sich verständlich auszudrücken
- bestimmte Aktivitäten oder Erwartungen vermeiden
Ein Verhaltenstherapeut oder ein Spezialist für Autismus kann Ihnen helfen, das Stimming-Verhalten Ihres Kindes zu entschlüsseln und Ihnen alternative Beschäftigungen vorschlagen, die weniger repetitiv oder ablenkend sind. Denken Sie daran: Stimming muss nicht kontrolliert werden, es sei denn, es:
- Führt es zu sozialer Isolation?
- Macht es in der Schule Probleme?
- Beeinträchtigt es die Lernfähigkeit?
- Macht es anderen Familienmitgliedern Probleme?
- Ist es destruktiv oder gefährlich?
Wenn Kinderhyper-sensibel, oder überempfindlich auf Reize reagieren, zeigen sie möglicherweise Stimming, weil sie Reize reduzieren möchten, da sie ihre Umgebung als zu laut, hell oder als überwältigend empfinden. Wenn Kinderhypo-sensibel, oder unterempfindlich auf Reize reagieren, haben sie die gegenteiligen Effekte und Stimming kann die Erregung tatsächlich erhöhen. Möglicherweise bemerken Sie, dass sie selbststimulierende Verhaltensweisen zeigen, die ihnen sensorische Anregung verschaffen. Sie könnten wiederholende Verhaltensweisen wie Armflattern, Drehen, Lecken und Saugen an Spielzeug beobachten.
Von Stacie Bennett