Phasen der Sprachentwicklung bei Kindern
Psychologen beschreiben den Spracherwerb als etwas, das sehr stark von der Förderung und dem Umfeld abhängt. Anders ausgedrückt: Kinder lernen ihre ersten Wörter und vieles mehr, wenn sie ein...
Psychologen beschreibenSpracherwerbals etwas, das stark und hauptsächlich von Erziehung und Umwelt abhängt. Mit anderen Worten, Kinder lernen erste Wörter und mehr, wenn sie einsprachreiches Umfeld haben..
Andererseits sind sich Sprachwissenschaftler und Nativisten zwar einig, dass ein Umfeld mit viel gesprochener Sprache wichtig ist, um Kommunikation zu lernen. Sie betonen jedoch auch, dass das Umfeld eines Kindes allein nicht ausreicht oder die einzige Ursache für erfolgreiches Lernen ist. Die kindliche Entwicklung verläuft von den ersten Brabbellauten über die Babysprache bis hin zum späteren Spracherwerb.
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Sprachwissenschaftler gehen davon aus, dass das menschliche Gehirn eine angeborene Veranlagung zum Spracherwerb hat. Die kognitive Entwicklung, was das Sprachenlernen angeht, zeigt sich, auch wenn es nicht beigebracht wird (Chomsky, 2006).Die Armut des Stimulusbesagt, dass Kinder komplexe Sprachsysteme schnell und mühelos lernen können, selbst bei wenig sprachlichem Input und ohne direkten Unterricht (Saxton, 2017).
Aufgrund dieser angeborenen Fähigkeit verlaufen die Phasen des Spracherwerbs bei allen Kindern grundsätzlich in derselben Reihenfolge – und das weltweit! Das sind die wichtigsten Entwicklungsschritte:
1. Schon vor der Geburt: Die Vorbereitung des menschlichen Gehirns auf den Spracherwerb nach der Geburt
Der Spracherwerb beginnt weit vor der Geburt eines Kindes. Babys werden bereits im Mutterleib mit Sprache und Lauten vertraut gemacht. Das menschliche Ohr beginnt imdrittenTrimester oder ab dem siebten Schwangerschaftsmonat (Saxton, 2017). In dieser Zeit reagieren ungeborene Kinder auf alle Arten von Geräuschen.
Noch faszinierender ist, dass sie Sprachlaute von nicht-sprachlichen Geräuschen unterscheiden können. Schon im Mutterleib reagieren Babys sensibler auf ihre Muttersprache als auf fremde Sprachen unddeutlich zwischen der Stimme ihrer Mutter und anderen unterscheiden können.(Saxton, 2017). Dieses Phänomen ist eine von vielen natürlichen Erscheinungen, die die Behauptung stützt, dass Sprache im menschlichen Gehirn fest verankert ist.
Diese Phase der Sprachwahrnehmung/des Hörens im Mutterleib ist entscheidend für den Spracherwerb nach der Geburt. Kinder, die mit angeborenen Hörbeeinträchtigungen oderHörverlustgeboren werden, sind dieser Phase beraubt. Infolgedessen ist der Spracherwerb nach der Geburt in der Regel um vier bis fünf Monate verzögert (DeLuzio, 2020).
2. Lallen – Mit 7 Monaten
In dieser Phase beginnen Babys, die Eigenschaften von Lauten zu erkunden, indem sie selbst Laute bilden.Die ersten Brabbelgeräusche sind universell.Doch sobald ein Kind etwa 8 Monate alt ist, tritt eine Verschiebung in den Merkmalen des Brabbelns auf (Helms-Park, 2018). Das Brabbeln wird spezifischer. Babys beginnen, Laute zu bilden, die nur in ihrer jeweiligen Muttersprache vorkommen.
Ein französisches Baby und ein amerikanisches Baby brabbeln unterschiedlich, denn es gibt bestimmte Laute, die Englisch und Französisch nicht miteinander teilen. In dieser Phase dürfen Eltern damit rechnen, dass ihre Kinder drei Phasen durchlaufen. Diese sind:
In diesen Phasen sind die am häufigsten von englischen Babys gebildeten Vokal- und Konsonantenlaute:‚i‘, ‚u‘, ‚a‘, und‚b‘, ‚d‘, ‚g‘ und ‚m‘. Vokale sind im Allgemeinen leichter zu bilden als Konsonanten, da sie nicht viele Hindernisse im Mund- oder Nasenraum erfordern.
3. Einwortphase (holophrastische Phase) – 1 bis 1,5 Jahre
In dieser Phase fangen Kinder an, die erstenechten Wörterihrer Muttersprache zu lernen und zu äußern. Ein Kind in dieser Phase nutzt einzelne Wörter, um sich mitzuteilen. Diese einzelnen Wörter sollen, je nach Kontext, bereits ganze Sätze vermitteln.
Es ist ganz typisch, dass sich die Wortäußerungen extrem wiederholen. Die Ein-Wort-Äußerungen erfüllen dabei drei Funktionen:
In dieser Phase wissen Kinder bereits, was die Wörter bedeuten, die sie aussprechen, denn oft zeigen sie beim Sprechen auch mit dem Finger (Helms-Park, 2018).
4. Zwei-Wort-Phase – im Alter von 1,5 bis 2 Jahren
Kinder erreichen diese Phase typischerweise, wenn sie ungefähr 50 Wörter gelernt haben. Sie fangen an, ihr Wissen über dieWortstellungdie in ihrer Sprache vorkommt. Im Englischen gibt es eineSUBJEKT VERB OBJEKT (SVO)Wortstellung. Es ist ganz typisch, dass die Äußerungen folgende Strukturen aufweisen:
In dieser Phase entwickeln sich nicht nur viele Verben, Nomen und Adjektive, sondern auch die Satzmelodie spielt eine große Rolle! Die Satzmelodie ist ein klares Zeichen dafür, dass Kinder das Sprechen nicht als ein großes Ganzes wahrnehmen, sondern als einzelne Wörter, die sich miteinander verbinden, um eine komplexere Bedeutung zu vermitteln.
5. Telegrafische Sprache – 2-2,5 Jahre
In dieser Phase erleben Kinder einenWortschatzschub oder eine „Explosion“.Die Sprachproduktion ist pidginartig, da grammatische Wörter (die „kleinen Wörtchen“) wie „der“, „ein“, „ist“, „wird“, „von“, „durch“, die Pluralbildung, Zeitformen (z.B. Vergangenheitsformen wie „-te“) und Verbendungen/Personalendungen (wie das „-t“ bei „sie isst“) ausgelassen werden.
In dieser Phase kommuniziert ein Kind vor allem mit Inhaltswörtern (Verben, Nomen, Adjektive) und einigen Pronomen wie „ich“ und „meins“.
Obwohl in dieser Phase viele Funktionswörter fehlen, halten Kinder die Wortstellung und Struktur ihrer Sprache ein. Berücksichtigt man die englische Wortstellung (SVO), wird von englischsprachigen Kindern erwartet, dass sie ähnliche Phrasen wie die folgenden bildenSätze:
6. Die Phase nach dem Telegrafenstil – ab etwa zweieinhalb Jahren
Ganz am Anfang dieser Phase beginnen sich die ersten ganzen Sätze zu bilden. Dabei tauchen zuerst Aufforderungs- und Aussagesätze auf (Helms-Park, 2018):
Satzreihen (die zuerst gelernt werden) und Satzgefüge zeigen sich auch schon früh in dieser Phase. Vollständig beherrscht werden sie jedoch erst mit 4 bis 5 Jahren (Helms-Park, 2018):
Fortschritte bei komplexeren Fragen und Verneinungen zeigen sich zwischen 2,6 und 3,0 Jahren (Helms-Park, 2018). Zum 3.Geburtstagbeginnen sie, mehr grammatikalische Wörter und Funktionswörter zu verwenden, wie den regelmäßigen Plural „-s“, Endungen an Verben wie „-ing“ und Präpositionen (of, in, by). Die Übereinstimmung in der dritten Person kommt jedoch etwas später, z.B. „She lovescandy.“ Gegen Ende dieser Phase ist im Alter von 5-6 Jahren fast alles erworben (Helms-Park, 2018).
Zum Abschluss
Angesichts dieser Leitlinie zum Spracherwerb sollten Eltern beachten, dass Kinder sich in ihrem Spracherwerbstempo unterscheiden. Ein Kind, das vielleicht etwas langsamer ist, deutet nicht zwangsläufig auf eineSprachstörung.Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich ganz individuell.Manche Kinder lernen Sprache möglicherweise schneller als andere.
Denken Sie immer daran: Das Sprachverständnis entwickelt sich stets einige Monate vor der Sprachproduktion. Sprachkompetenz entspricht der Sprachproduktion. Die meisten Kinder, die eine verzögerte Sprachentwicklung aufweisen, und zwar auch bei Hörbeeinträchtigungen, holen ihre Altersgenossen in der Regel bis zum dritten Lebensjahr ein (DeLuzio, 2020).
Von Ange-Dania Laguerre