Autismus und Essensabneigungen: 5 Tipps, um neue Lebensmittel einzuführen

Während ein wählerischer Esser Brokkoli vielleicht nicht mag, entwickeln Kinder mit Autismus Essensabneigungen, die über wählerisches Essen hinausgehen.

Junge, der das Essen verweigert

Während einwählerischer EsserBrokkoli vielleicht nicht mag, entwickeln Kinder mit Autismus Essensabneigungen, die über das reine wählerische Essverhalten hinausgehen.

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Kinder im Autismus-Spektrum fünfmal häufiger eine eingeschränkte Lebensmittelauswahl, autismusbedingte Essensprobleme wieWutanfälleund ritualisiertes Essverhalten (zum Beispiel: Lebensmittel in bestimmten Formen) zeigen. LautAutism Parenting Magazinebeschränken Menschen mit Autismus ihre Lebensmittelauswahl oft auf weniger als fünf Arten von Lebensmitteln. Doch warum ist eine solche Lebensmittel-Selektivität im Autismus-Spektrum so verbreitet?

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Menschen mitAutismushaben oft sensorische Empfindlichkeiten beim Essen. Knallbunte Lebensmittel wie Paprika können eine sensorische Überlastung auslösen, was wiederum zu einer Essensabneigung gegenüber leuchtend bunten Lebensmitteln führt. Bei anderen führen bestimmte Konsistenzen, wie der Flaum auf einem Pfirsich, zu einer Abneigung gegen alles Obst mit pelziger Schale.

Oftmals stecken hinter mäkeligem Essverhalten sensorische Schwierigkeiten. Für Eltern von mäkeligen Essern ist es das wichtigste Ziel, das Kind an neue Lebensmittel heranzuführen und seine Lebensmittelauswahl zu erweitern.

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5 Tipps zum Einführen neuer Lebensmittel

Ohne Druck

Niemand lässt sich gerne zu etwas drängen. Genauso geht es Kindern, die wählerisch beim Essen sind. Es ist wichtig, bei jeder Mahlzeit eine Auswahl an verschiedenen Speisen anzubieten. Ob diese dann aber auch gegessen werden, entscheidet das Kind selbst.

Der Versuch, ein Kind dazu zu überreden, den Teller leer zu essen, führt nur zu einer verstärkten Ablehnung gegenüber Lebensmitteln. Anstatt Ihr Kind zu überzeugen, erklären Sie einfach, was auf dem Teller ist, und schauen Sie, ob es davon isst oder nicht. Sehr wahrscheinlich wird das neue Lebensmittel nicht angerührt. Aber wenn Sie ein neues Lebensmittel mehrmals anbieten, ohne den Druck, es essen zu müssen, erhöht das nur die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind es irgendwann isst.

2. Essen nicht vermischen

Da Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel oft aufsensorische Empfindlichkeiten im Zusammenhang mit Autismus zurückzuführen sind,sollte das Zusammenmischen von Speisen reduziert werden. Bei Rezepten wie Aufläufen sind viele Zutaten in einem Gericht enthalten. Solche Rezepte könnten ein autistisches Kind überfordern, da viele Zutaten miteinander vermischt sind. Sensorische Überreizung bei autistischen Kindern ist real.

Der beste Weg, die Reizüberflutung beimEssen zu minimieren,besteht darin, das Mischen von Lebensmitteln zu vermeiden, insbesondere die Kombination unbeliebter Speisen mit einem geliebten Gericht. Wenn Ihr Kind zum Beispiel keine Wurst mag, aber Spaghetti liebt, dann kombinieren Sie keine Wurststückchen mit den Spaghetti. Dies kann bei einem Kind mit Autismus dazu führen, dass es sowohl die neue Speise als auch das ursprünglich geliebte Gericht ablehnt.

Im gleichen Sinne solltet ihr auch nicht versuchen, das Essen zu „verstecken“ oder zu „tarnen“, in der Hoffnung, dass euer Kind es nicht bemerkt und isst.

3. Neue und alte Favoriten kombinieren

Um die Essensvielfalt Ihres Kindes zu erweitern, versuchen Sie, neue Speisen zusammen mit einem Lieblingsessen anzubieten. Allerdings heißt das nicht, dass Sie die Lebensmittel mischen müssen, um die neue Zutat zu verstecken.

Mein Sohn liebt Hähnchen-Nuggets in Dinosaurierform mit Joghurt. Wenn ich etwas Neues einführe, kombiniere ich es immer mit einem geliebten Lieblingsessen wie Hähnchen-Nuggets und Joghurt. So stelle ich sicher, dass er auf jeden Fall etwas zu essen bekommt! Wenn ich nur das neue Essen anbiete, weiß ich, dass er es nicht anrühren oder essen wird, und ich müsste trotzdem eine andere Mahlzeit zubereiten, damit er überhaupt etwas gegessen hat.

4. Das gleiche neue Essen immer wieder probieren.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und zeigen Sie Ihrem Kind, dass das neue Lebensmittel lecker schmeckt. Das ist ein einfacher Tipp, um neue Speisen bei Kindern einzuführen, die (noch) wählerisch sind, was das Essen angeht. Auch wenn es nicht sofort wirkt, wird Ihr Kind mit der Zeit verstehen, dass auch Sie viele verschiedene Dinge gerne essen. Irgendwann könnte es Ihrem Kind helfen, das neue Essen auch zu probieren, wenn es sieht, wie Sie es essen!

Einer meiner Lieblingssnacks sind geröstete Kichererbsen. Als ich sie meinem Sohn zum ersten Mal angeboten habe, wollte er absolut nichts davon wissen!

Mit der Zeit hat er mich immer wieder Kichererbsen essen sehen und schließlich selbst eine probiert. Heute gehören geröstete Kichererbsen zu seinen liebsten Snacks! Dranbleiben ist bei diesem Schritt das A und O!

5. Lasst sie entdecken.

Oft liegen die Ursachen für eine Abneigung gegen Lebensmittel in ihrer Konsistenz und ihrem Geruch. Wenn ein Kind an eine neue Konsistenz oder einen neuen Geruch eines Lebensmittels nicht gewöhnt ist, wird es gemieden. Als Eltern neigen wir dazu, Kinder vom Spielen mit dem Essen abzuhalten. Doch wenn ein Kind sensorische Probleme hat,Spielen ist unerlässlich,um neue Lebensmittel einzuführen.

Ermöglichen Sie Ihrem Kind, das neue Lebensmittel mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu erkunden! Fördern Sie es sogar aktiv! Kinder mit Autismus verarbeiten ihre Umwelt anders. Sie müssen mit dem Essen spielen dürfen, um es kennenzulernen und herauszufinden, ob es ihnen gefällt oder nicht.

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Mein Sohn hasst Nudeln. Nicht, weil ihm der Geschmack nicht schmeckt, sondern weil er die Konsistenz von Nudeln nicht mag. Um ihm zu helfen, sich an die Nudeltextur zu gewöhnen, habe ich ihn sie anfassen und damit spielen lassen. Noch isst er keine Nudeln, aber zumindest berührt er sie jetzt, um sie vom Teller zu schieben, anstatt deswegen zu weinen. Für mich ist das ein Erfolg!

Keine Panik!

Essensabneigungen sind bei jedem Menschen nicht ungewöhnlich. Doch bei Kindern mit Autismus sind Essensabneigungen mehr als nurMäkeln beim Essen. Ein Kind, das nicht abwechslungsreich isst, kann Mangelerscheinungen entwickeln. Bei Kindern mit Autismus wird dies zu einem echten Problem, wenn sie nur eine Handvoll Lebensmittel essen.

Um mehr Abwechslung auf den Tisch zu bringen, sollten Sie immer wieder neue Lebensmittel anbieten, auch wenn Ihr Kind diese anfangs vielleicht gar nicht isst. Das Wichtigste ist, immer wieder neue Dinge anzubieten! Verfallen Sie nicht in das Muster, nur die gleichen Lieblingsspeisen zu servieren. Machen Sie sich stattdessen die Lieblingsgerichte Ihres Kindes zunutze, um sie mit neuen Lebensmitteln zu kombinieren.

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